Blog | Lernen + Gehirn

Lernen Sie „Lernen“? Können Sie schon „Metalernen“?

Als ich ein kleiner Junge war, dachte ich: „Zuviel Lernen füllt mein Gehirn und macht den Kopf schwer.“ Das wollte ich nicht... zudem ich gerne auf Bäume kletterte und Fußball spielte. Ein schwerer Kopf würde mich nur hindern Tore zu schießen und die Bäume schnell zu erklimmen.

GruppeDiese destruktive Erkenntnis machte mir lange zu schaffen. Auch mein Vater konnte mir - trotz erheblicher Anstrengungen - diesen Glauben nicht nehmen. Der Arme hat viele Abende verplempert, um mir schulisch notwendiges Wissen zu vermitteln. Erst als ich im Fernsehen einen sehr anschaulichen Dokumentarfilm über die Funktionsweise des Gehirns verfolgt habe, platzte bei mir der Knoten.
 

MetaLern-Weisheit Nr.1:

Mir war ab diesem Tag klar, mein Gehirn kann unendlich Wissen speichern.

Diese Erkenntnis war eine „Metalern-Weisheit“. Eine "Metalern-Weisheit" kann Blockaden und destruktive Gefühle abbauen!

Bei den meisten Menschen verbindet das limbische System des Gehirns „Lernen“ mit negativen Gefühlen, mit disharmonischem Stress (Distress). Lernen ist jedoch in unserer Hightech Welt (Stichwort Arbeitswelt 4.0) unabdingbar, auch wenn viele dem gern aus dem Weg gehen würden.

Ein Mensch konsumiert heutzutage 400 mal mehr Informationen, als ein Mensch noch vor 100 Jahren. Manche Informationen sind wichtig, andere unwichtig. Manche Informationen müssen nur zu „Wissen“ generiert werden, andere Informationen wiederum müssen in den Berufsalltag transferiert werden, die in Form einer Habitualisierung dann zu Fertigkeiten entwickelt werden oder sogar anderen Menschen weitervermittelt werden.

Wie geht man damit um? Wie lernt man, dem Lernen nicht aus dem Weg zu gehen, sondern „Lernen“ als Bedürfnis zu empfinden, als euphorischen Stress oder Eustress?

 

Das Tierreich und die Metaebene

Einen ersten Hinweis liefert uns das Tierreich. Ein Käfer der unter der Erde lebt, schüttet beim Verlassen seiner Behausung den Eingang vollkommen zu. Vielleicht hat er Angst, jemand plündert seine Speisvorräte. Wäre durchaus menschlich! Danach fliegt er weg.

KaeferanflugWissenschaftler fragten sich, wie dieser Käfer seinen Eingang wieder findet, da er wirklich professionell der Umgebung angeglichen wurde?

Der Käfer fliegt mit relativ hoher Geschwindigkeit in seiner „Einflugschneise“ auf etwa 15 – 20 cm Höhe auf den Eingang zu und landet treffsicher genau auf seinem Eingang! Unglaublich!

Dass erinnert mich immer an Nebellandungen im Winter mit dem Flugzeug! Ich sehe die Spitzen der Windräder in der Ferne aus dem Nebel auftauchen und hoffe, das Flugzeug trifft die Landebahn genauso gut wie dieser Käfer seinen Eingang!

Die Wissenschaftler kamen auf die Idee, das direkte Umfeld des Eingangs zu verändern, nachdem der Käfer „außer Haus“ war. Als der Käfer wieder eintrudelte, war er irritiert und im ersten Moment trudelte er noch etwas intensiver und orientierungsloser durch die Gegend. Aber schon 2 oder 3 Sekunden später, startete er spiralförmig  auf eine höhere Ebene, eine quasi „Metaebene“. Jetzt hatte er Überblick! Er orientierte sich „systemisch“ an Orientierungspunkten, die weiter vom Eingang entfernt lagen, aber wohl auch eine Koordinate generierten, die es dem Käfer möglich machte, wieder zielsicher genau auf dem Punkt zu landen. Phänomenal!

Da hat die Evolution ja wieder was Tolles erfunden! Interessant ist, dass wir Menschen diese Fähigkeit, nicht wie der Käfer, mit der Muttermilch (Käfermuttermilch ;-) eingeimpft bekamen! Wir Menschen müssen systemisches Lernen lernen. Wobei die Fähigkeit dazu, allen Menschen weltweit zu eigen ist.
 

MetaLern-Weisheit Nr. 2:

Daraus können wir Menschen schon mal eine weiter „Metalern-Weisheit“ ableiten: Struktur und System und damit systemisches Lernen, bilden allgemeingültige Parameter des Lernens. Genauso wie es weltweit der Fall ist, dass Menschen aller Rassen über ein mathematisches Verständnis verfügen, gilt für alle Menschen weltweit, dass Struktur und systemisches Lernen förderlich ist, um Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln. Das wiedersprichtMetawie nicht dem Grundsatz, dass Menschen verschiedenen Lerntypen unterliegen.

Der Käfer hatte die Idee auf eine „Metaebene“ zu fliegen, nicht erst im Falle des Risikoeintritts... insofern Käfer Ideen haben können.

Instinktiv muss der Käfer schon präventiv dieses „Meta-Koordinatensystem“ internalisiert, also verinnerlicht, haben, um im Falle des Falles auf dieses Wissen zurückgreifen zu können. Unser Käfer hat sich also nicht damit zufrieden gegeben, nur das nötigste Wissen über den Standort seiner Behausung zu ermitteln, sondern sich auch ein erweitertes Umgebungswissen angeignet.
 

MetaLern-Weisheit Nr. 3:

Das geflügelte Wort „Weniger ist Mehr“ trifft nicht immer zu. Gerade was das Anhäufen von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten angeht, gilt „Mehr ist Mehr“.

„Das menschliche Gehirn ist ein Kognitionsweltmeister!“ Professor Dr. Spitzer identifiziert das menschliche Gehirn als das komplexeste System des ganzen Uiversums!Gegenfrage

Das Gehirn des Menschen ist so konstruiert, das neues Wissen zu neuen Strukturen führt. Diese Strukturen sind einerseits in der Lage neues Wissen wiederum schneller und immer assoziativer zu integrieren sowie auf Basis dieser WarumVernetzung, innovativer zu werden. Innovation benötigt Wissen. Je komplexer das Wissen, desto innovativer der Mensch. Allerdings gehören zur Inovationsfähigkeit noch einige andere Faktoren. Aber, komplexes Wissen, ist eine Grundvoraussetzung.

Ohne Wissen keine Innovation! 

Sehr schön erkennt man das bei Comedians. Um so länger sie ihren Beruf ausüben, desto schlagfertiger werden sie. Kreieren sogar vollkommen neue Gags "just in time". Assoziationen erfolgen um ein vielfaches schneller, als beim "normalen" Menschen.

(Das ist jetzt nicht der Weisheit Ende, weitere „Metalern.Weisheiten“ folgen.)
 

Lernen als Gegenstand der Freude

Die PMP® Prüfung des PMI® (oder CAPM Prüfung für Studenten und unerfahrene Peojektleiter) fordert jedem Projektleiter erheblichen Lernstoff ab. Lernen zu Lernen ist daher von immenser Signifikanz. Lernen zu Lernen wird durch den Begriff „Metalernen“ oder auch synonym als „Deutero-Lernen“ bezeichnet. Einerseits relevant im organisationalen Lernen, andererseits aber auch ein Treiber und Motivator für das individuelle Lernen bezogen auf Blended Learning oder eLearning. Durch Metalernen wird das limbische System langsam aber sicher umgepolt, und besetzt  "Lernen" mit euphorischen Stress und konstruktiven Denkweisen. Das ist vergleichbar mit dem "Big Picture". Wenn Sie aus einem komplexen Sachverhalt nur eine Praesentationpartielle Information erhalten, macht das für Sie wenig Sinn. Erst der Kontext und vieleicht auch noch eine Begründung für das "Warum" vermitteln Einsicht und Motivation.

Denken Sie an mein Problem in meiner Kindheit. Die Metalern-Weisheit „ein Gehirn kann unendlich Informationen aufnehmen“ machte aus mir einen freudigen Lerner. Eine Blockade wurde entfernt. Allerdings gilt: Man muss es auch tun und damit erfahren, allein das Wissen reicht nicht aus.

Ein Projektleiter ist im wahrsten Sinne vergleichbar mit der „Eier legenden Wollmilchsau“! Der PmBok® Guide verlangt dem Projektleiter ein extrem interdisziplinäres Wissen ab. Er involviert etwa 20 bis 25 Disziplinen, angefangen beim Zeitmanagement und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen, Statistik und Führung, hinweg über Kreativitätstechniken und einer juristischen Beschlagenheit, bis hin zum klassischen Projektmanagement.

Diese Interdisziplinarität und der Anspruch, diese in Ihre Praxis zu transferieren, erfordert eine kognitivistisch-kollektivistisch geprägte Lernkultur in Kombination.

 Bulimie Lernen

Machen Sie nicht den Fehler und lernen nur für die Prüfung. Am besten nur noch Fragen üben und noch mal Fragen üben. Die Anbieter überbieten sich allmählich mit Fragen-Simulatoren!

Diese Einstellung wäre schon ein schwerwiegender Fehler gegen das Prinzip des „Metalernens“. Ihr Unterbewusstsein steuert Ihre Gefühle! Sie werden es als müßig empfinden, wenn Sie sich nur konditionieren.

Bulimie–Lernen schafft keine unterbewusste Kompetenz, Bulimie-Lernen schafft aber bewusste Inkompetenz (nach der Erreichung des Ziels)! Ihr limbisches Sytem produziert geradezu exzessiv "negative Marker", die "Lernen" mit negartiven Gefühlen besetzt.

Vergleichbar ist Bulimie-Lernen mit dem passiven Wortschatz in einer Fremdsprache. Was nutzt Ihnen Ihr Wortschatz, wenn sie ihn nicht spontan anwenden können?

Denken Sie strategisch! Denken Sie an den Nutzen dieses interdisziplinären Wissens in Ihrer Praxis. Diese „Denke“ spiegeln auch die neuen PDU Richtlinien von PMI® wieder.

Die Sonoxo Akademie bietet verschiedene kognitivistisch-kollektivistisch geprägte Lernkonzepte an, die PMP® Prüfung zu meistern. Auch nach der Prüfung bieten wir Ihnen Konzepte in „kleinen Happen“, um stetig Ihre unterbewussten Kompetenzen im Projektmanagement weiter zu entwickeln.

Nicht jeder sitzt gerne eine Woche in einem Seminar. Dem andern fällt es schwer sich selbst nach einem anstrengenden Arbeitstag mit Lerninhalten zu beschäftigen. Etwas vorgelesen zu bekommen oder andere animierdende Methoden können da schon erheblich helfen.

Ihre Lernstrategie können Sie mit unseren flankierenden Maßnahmen optimieren.

Die SONOXO Akademie versteht sich nicht nur als „Wissensvermittler“ sondern auch Coach für das „Metalernen“. Ein Mensch, der mit Freude etwas lernt, wird auch mit positiven Gefühlen und weit motivierter eine Prüfung in Angriff nehmen.

Zu dem Thema „Metalernen“ im Kontext von „Mnemo-Technik“ wird ein weiterer Artikel folgen.

 

Renee Ossowski, PMP

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