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Der kleine Eustress im Kopf vom Dipl. Kaufmann Heinrich Schmiedeeisen (8. Teil)

Heinrich Schmiedeeisen und Tabea Hufhammer im BI Meeting!

Lesen Sie vorher Teil 7

Schwerpunkte im heutigen Artikel:

  • CEO, FCO, CKO, CHRO, CIO, CMO, COO, CTO, CVO
  • Business Intelligence
  • SCRUM

Teil 8

Tabea Hufhammer und Heinrich Schmiedeeisen betreten die Firma und wollen gleich in den Meetingraum. Auf dem Flur begegnet Ihnen die Personalchefin Frau Dr. Apologetis. „Das Meeting findet heute im Raum 312 statt, der Raum 310 ist mit einer MS-Project Schulung besetzt, weil dort der beste WLAN-Empfang ist. Die Teilnehmer arbeiten online mit MS Project. Tja, es muss ja immer das Neuste sein! Bisher konnte man ja die Projektpläne auch mit MS-Excel erstellen!“

„Haben Sie schon mal einen Projektplan mit Excel und einen Plan mit MS Project erstellt?“, fragt Schmiedeeisen.

„Wie Sie wissen sollten, Herr Schmiedeeisen, bin ich für Human Resources verantwortlich. Aber ich weiß schon, worauf Sie hinauswollen. Stellen Sie sich vor, ich kann mich in solche Dinge sehr gut hineindenken.“

„Sich hineindenken oder einen Plan zu entwerfen, diesen zu überwachen und zu steuern, das sind gänzlich unterschiedliche Ansätze. Aber lassen wir das, Frau Dr. Apologetis, das führt jetzt sowieso zu nichts“, konstatiert Schmiedeeisen.

„Ach, Frau Dr. Apologetis, by the way, Herr Schmiedeeisen und ich möchten in drei Wochen eine 5-tägige PMP Zertifizierungsvorbereitung belegen. Wir haben ja beide noch Budget frei. Ich maile Ihnen mal den Veranstalter. Wäre nett, wenn Sie uns dort anmelden.“

„Ja, ja. Auch wieder so ein „Holiday Seminar“. Ihre Projekte funktionierten ja bisher auch. Aber was rede ich? Ich werde mich drum kümmern. Wo finde ich was über diese PMP-Zertifizierung?“ „Der Zertifizierer ist das PMI in den USA. Das Seminar finden Sie unter sonoxo-akademie.com.“

Alle drei betreten den Raum 312. Obwohl es  punkt 09:00 ist, befinden sich gerade mal 2 Teilnehmer -CKO und CIO- von insgesamt 10 Teilnehmern vor Ort. Geleitet wird das Meeting heute vom CEO. Chefsache. CHRO Dr. Apologetis frotzelt: „Normalerweise ist 5 Minuten vor der Zeit des Soldaten Pünktlichkeit“. Der CIO entgegnet: „Seit wann sind Sie so militaristisch gepolt, CHRO?“

KEUMan hat sich angewöhnt, sich im Tagesgeschäft nur mit den englischen Akronymen anzusprechen. „CHRO“ bildet für die meisten immer noch einen Zungenbrecher. Schon aus diesem Grund gehen die meisten Mitarbeiter der Apologetis aus dem Weg.

„Seit dem ich mich mit SCRUM beschäftigt habe“, ereifert sich Frau Dr. „Die Autoren versuchen SCRUM als ein spielerisches herumwieseln von Rugby Spielern zu verkaufen. Genau genommen handelt es sich um ein hochdiszipliniertes Rahmenwerk mit erheblicher Affinität zu militärischen Methoden. Das geht schon morgens mit dem Daily Scrum los, eigentlich ein verkapptes Briefing wie beim Militär. Grundsätzlich finde ich das gut, Disziplin und so, nur man sollte das Kind beim Namen nennen. Würden wir unser Meeting jetzt im Stehen abhalten, wären wir zumindest vor dem Mittagessen damit durch.“

„Gut Ding will Weile haben“, philosophiert der CKO. „Gerade bei der Komplexität eines Themas wie „Business Intelligence“ ist ein entsprechend qualifizierter Aufwand gerechtfertigt. Personalmanagement wurde ja auch nicht an einem Tag erfunden.“

Der CEO und der CVO betreten den Raum. CVO ist Ronald Trumpi, ein Mann mit ausgesprochen mittelalterlichen Visionen. „Wie? Ich bin nicht der letzte?“, stellt Trumpi etwas genervt fest. „Ich habe heute noch sieben Termine“, dabei bläst er sich die Haare aus dem Gesicht und schaut drein wie Carlo Ancelotti, die linke Augenbraue hochgezogen, das linke Auge groß und gerundet, das rechte Auge schmal und ellipsenförmig.

„Nehmen wir erst mal Platz“, sagt der CEO mit mühevoll gemäßigtem Ton. In dem Moment treten auch die letzten beiden Teilnehmer hinzu. Jetzt sind alle beisammen: CEO, CFO, CKO, CHRO, CIO, CMO, COO, CTO, CVO und Frau Hufhammer als Vertreterin der Projektleitergilde. Frau Hufhammer hat allerdings kein Stimmrecht. Man beurteilt BI immer noch ausschließlich als ein Werkzeug auf Unternehmensebene, strategische und operative Entscheidungen zu treffen.

„CIO und CKO, Sie beide schreiben bitte unabhängig ein Protokoll der heutigen Besprechung mit. Dazu setzen Sie, CKO, sich bitte 2 Stühle weiter, ich sagte nämlich „unabhängig“. Letztes Mal habe ich wieder nur ein „Ergebnisprotokoll“ erhalten. Ich möchte, dass Sie beide jeweils ein „Verlaufsprotokoll“ erstellen. Bei den Ergebnisprotokollen geht mir einfach zu viel kollektives Wissen verloren. Und da wir heute „Business Intelligence“ auf den Weg bringen, sollten wir auch mit unseren Protokollen dieses neue Konzept unterstützen. Wobei mir immer noch nicht so ganz klar ist, was „BI“ eigentlich genau ist. Aber der CVO als Visionär kann da sicherlich einiges zu sagen.“

Der CEO war bis vor 8 Jahren noch Major bei der Bundeswehr und hat es bis heute noch nicht geschafft, seinen kakophonischen Befehlston einigermaßen zu „euphonisieren“. Die Mitarbeiter wissen aber inzwischen: Harte Schale, weicher Kern.

„Da sind Sie aber falsch informiert CEO!“, pöbelt der CVO. BI ist für mich gleich BC, Business Chaos, und Big Data gleich Big Trouble. Reiner over head! Da gehen Frau Dr. Apologetis und ich absolut konform!“

„Da können Sie mich beim Wort nehmen CVO“, beteuert CHRO, auch wenn CIO, CKO und CFO ihr protoprofessionelles Halbwissen in die Waagschale werfen, um hier wieder etwas vollkommen Überflüssiges zu installieren.“

Trumpi und Apologetis werfen sich triumphierende Blicke zu. CMO, COO und  CTO befinden sich noch in einer Art „Entscheidungs-Warteschleife“. Ihnen ist allerdings auch klar, dass Ihnen häufig wichtige Informationen fehlen, um bestimmte Entscheidungen zu treffen. Aber sie scheuen immer noch den Aufwand, einen solchen Rollout zu vollziehen.

 

Und wie gehts weiter?

Wird sich im Unternehmen von Heinrich Schmiedeeisen Sachen Business Intelligence etwas bewegen?
Schaffen es Trumpi und Apologetis, das BI Projekt als Koalition zu torpedieren?
Absolvieren Frau Hufhammer und Herr Schmiedeeisen gemeinsam die PMP Prüfung?
Packt Heinrich Schmiedeeisen im Rahmen der PMP Zertifizierung die „1 Billionen Synapsen Produktion“ unter zur Hilfenahme von Volition und einer „lebenslangen Lernstrategie“?
Erzeugt  Heinrich Schmiedeeisens Gehirn ausreichend intrinsische Motivatoren, um eine Gewichtäquivalenz zu Tabea Hufhammer zu erreichen!
Kommt es zur Verschmelzung beider Gehirne im Rahmen einer gemeinsamen Lebensplanung?
 
Diese und weiter Fragen werden in den nächsten Folgen geklärt.
 

Renee Ossowski, PMP

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