Rhetorik: Planen Sie eine Rede strukturiert Teil 2

Lesen Sie zuerst: Welcher Anlass liegt meiner Rede zu Grunde?

Welche Erwartungen bringen meine Zuhörer mit?

(Wenn ich Rede und Vortrag hier quasi synonym verwende, dann nur, weil die hier genannten Kriterien auf beide zutreffen. Grundsätzlich sind Reden und Vorträge keine Synonyme)

Eine Rede, einen Vortrag oder eine Präsentation zu erarbeiten, ohne an das Klientel zu denken, vor der man reden wird, kann fatale Folgen haben. Insbesondere aber die Rede, die entweder sehr viel „eigene Meinung“ offeriert oder auf eine bestimmte Klientel explizit zugeschnitten werden muss, erfordert ein hohes Einfühlungsvermögen. Schnell kann es gehen, dass am Publikum vorbei gesprochen wird, da die Erwartungen der Zuhörer nicht erfüllt wurden.

Drei Kriterien sollten Sie beachten, um die Erwartungen Ihrer Zuhörer nicht zu enttäuschen:

Punkt 1: Erwartungen an den Inhalt Ihrer Rede: Wenn auf einem Flaschenetikett „Pils“ steht, dann erwarten Sie auch Pils und nicht Malzbier. Auch Ihre Rede sollte den Kern Ihrer Thematik treffen und sich nicht auf Nebenkriegsschauplätzen tummeln, die nur peripher mit dem Thema zu tun haben. Dies kann z.B. schnell passieren, wenn man sich nicht kompetent fühlt, ein Thema tiefgängig zu behandeln – man wird sich mit angrenzenden Disziplinen befassen, die einem besser liegen. Frage ist nur, wie hoch die Toleranzgrenze Ihres Publikums aufgehängt ist.

Punkt 2: Die Struktur und Verständlichkeit (Redeaufbau) Ihrer Rede: Die Frage die hier entsteht ist die, inwieweit die Struktur die geistige Flexibilität Ihrer Zuhörer berücksichtigt. Punkt 1 kann durch Ihre Rede ganz und gar erfüllt werden, Sie decken rundum Ihr Thema ab, aber ein großer Teil Ihrer Zuhörer weiß am Schluss nichts von dem wieder zu geben, was Sie da vermitteln wollten.

Eine Rede sollte möglichst frei gehalten werden. Von daher sollte Ihre Rede aus Modulen bestehen. Ein prognostizierbares Projekt teilt man in Phasen, ein agiles Projekt in Sprints, eine Rede unterteilt man in Module. Wenn Sie bspw. über das Leben der Löwen sprechen, dann wären „Jagdverhalten und Sozialverhalten in der Gruppe“ zwei Module.

Wenn Sie Ihre Module konsistent definieren, dann bringen Sie schon automatisch Struktur in Ihre Rede. Sie sollten aber auf jedes Modul folgenden einfachen Dreiklang projizieren:

  1. Was werde ich sagen.
  2. Ich sage es.
  3. Was habe ich gesagt.

Dieser Dreiklang gilt auch für Ihre gesamte Rede.

- Geben Sie am Anfang Ihrer Rede einen Überblick über Ihre Module.

- Halten Sie Ihre Rede.

- Geben Sie für jedes Modul einen kleinen Überblick.

- Am Ende des Moduls wiederholen Sie die Kernaussage des Moduls.

- Am Ende Ihrer Rede wiederholen Sie die Kernaussagen Ihrer Rede.

Die Gehirnhälften Ihrer Zuhörer klatschen Beifall, wenn Sie einen roten Faden vorgeben und diesen am Ende noch einmal abrollen. Aus der Perspektive des Projektmanagements, können Sie auch von Meilensteinen Ihrer Rede sprechen.

Diese Regel wendet man natürlich nur auf Reden an, die überzeugen sollen, Fachliches vermitteln oder Wissen vermitteln. Wiederholungen in einer Grabrede, sollten unterlassen werden.

 

Auch anschauliche Beispiel können Struktur vermitteln. In meinen PMP Seminaren (Zertifizierung zum Project Management Professional) verwende ich die Beispiele Ackerbau, Teppichleger, Ebschaft einer Firma, Panzerfahrer, Panzerkommandant usw. Sie können mir glauben, die Teilnehmer können sich an die abstrakten Hintergründe, die eigentlich vermittelt werden sollen, nicht erinnern. Sage ich aber "Panzerfahrer" ...aha Ausführungsprozessgruppe, sage ich "Panzerkommandant ...aha Überwachungs- und Steuerungsprozessgruppe.

Auch Bilder oder Karikaturen assoziieren sehr gut schwierige Sachverhalte. Man kann quasi die Module eines Vortrags mit  Bildern besetzten und dadurch Struktur erzeugen. Die Informationsaufnahme durch Bilder beträgt 75%!

 

Punkt 3: Nutzen für die Zuhörer: Wenn Menschen Ihre Zeit einsetzen einen Vortrag zu hören, versprechen sie sich einen Nutzen. Diese Erwartung sollten Sie sich zu Nutze machen. Beschreiben Sie also in Ihrer Einleitung den Nutzen Ihrer Rede. Auch während der Rede können einzelne Nutzeneffekte genannt oder wiederholt werden.

„Hören Sie gut zu, dieser Vortrag wird einen großen Nutzen für Sie bringen“ wäre etwas platt!

„Meine Damen und Herren, wenn Sie das gerade beschriebene Beispiel der „Metaebene“ bewusst auf Ihre Kommunikation anwenden, werden Sie häufiger Konflikten aus dem Weg gehen. Falls Sie aber Konflikte lieben, vergessen Sie die Metaebene.“ Hört sich schon anders an. Eine Nutzenempfehlung mit etwas Humor gewürzt.

Denken Sie daran: Ihre Zuhörer haben das Recht zu erwarten, dass Ihr Vortag verständlich ist, das das Thema ausführlich beleuchtet wird, dass angekündigt worden ist und dass Ihr Vortrag dem Zuhörer einen Nutzen erbringt.Rhetorik Berlin

 

Fortsetzung folgt! LesenSie:

3. Möchte ich Wissen vermitteln, überzeugen, Verhalten verändern oder "nur" unterhalten?

Hier schreibt Renee Ossowski, PMP

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Die SONOXO Akademie GmbH Salzburg ist eine Firmenschwester der SONOXO GmbH aus Berlin. Die SONOXO GmbH ist mit Projektberatern in diversen  Unternehmen unterwegs. Erfahrungen der SONOXO GmbH werden in der SONOXO Akademie adaptiert und in Trainings umgesetzt. Ein großes Augenmerk der SONOXO Akademie liegt auf der Habitualisierung des Erlernten, eine Transformation in unbewusstes Wissen. Die Seminare finden über Berlin hinaus, in den meisten Großstädten Deutschlands und Österreichs statt.

 

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