Schulz von Thun: Sind Sie ein Appellaner?

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Nein nein, ich meine nicht die Anbeter von Apple. Ein Freund von mir, der Jonny, er berichtete mal, seine Frau wäre eine Appellanerin. Ich musste dieses Wort jetzt erst mal in meinem Wörterbuch in Word hinzufügen…..war Word nicht bekannt.

Die Frau meines Freundes Jonny, erfüllt den Status eines lebenden Appells. Fragt mein Freund seine Frau „Schatz, gehen wir heute Abend ins Theater?“ sagt sie „Das Auto ist schmutzig, mein Mäusezahn“. Zieht er sich seinen Lieblingsanzug an, sagt sie „Mäuslein, da gibt’s  jetzt die neue Kollektion Anzüge bei Meckermann “. Geht er auf die Toilette, hört er es aus der Küche schallen „Das Klo ist kein Lesezimmer!“. Kommt er von der Toilette, denkt er, das kann doch jetzt kein Echo sein „Der Duft der weiten Welt, sollte auch raus in die weite Welt“. Nicht einmal alleine kochen darf er, ohne auf der Appellebene empfangsbereit zu sein „Du weißt ja mein Mäuserich, Mutti mag gerne etwas mehr Kardamom“. Mein Freund Jonny hächelt förmlich nach den drei anderen Kommunikationskanälen Schulz von Thuns. Kommt allerdings die Schwiegermutter zum Essen, gibt’s wieder nur Appellebene – allerdings in Stereo.

Ja, mein Freund Jonny hat es nicht leicht. Auf der Arbeit wechselt zwar der Kommunikationskanal, aber auch nur auf eine sehr stabile monotone Ebene, die Sachebene. Sein Chef kennt keine andere Kommunikation außerhalb der Sachebene. Hat Schulz von Thun1er als Kind schon verlernt, als nach dem Tod seines Vaters seine Mutter einen Buchhalter heiratete. Jonny nimmt die Sachebene allerdings etwas angenehmer wahr als die Appellebene. Da baut sich dann doch nicht so viel Druck auf. Insbesondere auch weil sein Chef Management by Objectives beherrscht. Die Appellebene seiner Frau dagegen, involviert immer - Just in Time - und das Schlimmste: Es handelt sich immer um implizite, also indirekte Kommunikation. Häufig baut diese dann auch noch über Emotionen oder unwiderlegbaren Argumenten einen unterschwelligen Druck auf, da kann man dann gar nicht anders. Bei der Auswahl von der Fleischplatte am Mittagstisch bspw. , hört man dann sehr dominant Jonnys Frau sagen „Mein Arzt hat mir verboten, Fleisch mit Fett zu essen“  nachdem Jonny mit flehender Stimme „Ich möchte gern das Stück Fleisch ohne Fett“ artikulierte. Wieder ein so impliziter Appell, die Finger vom mageren Fleisch zu lassen.

Letztens kam Jonnys Frau in sein Büro. Der Chef war auch gerade da. Zwischen Jonnys Frau und seinem Chef entwickelte sich ein angeregtes Gespräch. Das hätte Jonny nicht für möglich gehalten! Appellebene und Sachebene im Dialog! „Das funktioniert auch nur“, denkt Jonny bei sich, „weil die beiden die ganze Zeit aneinander vorbei reden“. Jonny hält sich da vornehm zurück und lässt die beiden ihren unfruchtbaren Dialog ungestört zu Ende führen.

„Ich bin momentan so depressiv“ offenbart seine Frau seinem Chef.

„Wow“ denkt Jonny bei sich, „meine Frau auf der Selbstoffenbarungsebene? Immerhin schon ein Fortschritt“.

„Die Tapeten in unserem Wohnzimmer machen mich sooo krank!“.

„Und noch eine Selbstoffenbarung? Da kann jetzt nur ein Appell kommen, sonst ist meine Frau wirklich krank!“ schlussfolgert Jonny gedanklich.

„Mein Psychotherapeut rät mir ja schon seit längerem zu einem konsequenten Tapetenwechsel, aber mein Mann ist ja so stark in dieses Veränderungs - Projekt eingebunden. Da kommt man ja zu nichts!“

Die Kommunikationskanäle nach Schulz von Thun.„Ja meine Liebe, ich kann Ihnen ja mal erklären, welche Kostentreiber in den Kommunikationsprozessen eliminiert werden müssen und wie unsere Teamkommunikation sukzessive auf die Kommunikation mit virtuellen Teams umgestellt wird.“

„Jetzt hat er es geschafft“, denkt sich Jonny. „Meine Frau stellt ihre Ohren jetzt auf Durchzug! Ich schleiche mich mal raus und geh einen Kaffee trinken. Die nächsten 20 Minuten werde ich hier nichts verpassen.“

In der Kantine angekommen, entdeckt Jonny das nette Fräulein Sophie. „Hallo Jonny, wie geht es Ihnen, setzen Sie sich doch. Wie geht es Ihrem Rücken, immer noch aua aua? “ „Endlich Beziehungsebene, endlich!“ ruft Jonnys innere Stimme.

Nachdem Jonny sein Gemüt bei dem netten Fräulein Sophie wieder etwas aufgepäppelt hat, kehrt er zurück in sein Arbeitszimmer. „….nämlich 40% der Kommunikation in Großunternehmen, wird heute schon über virtuelle Teams getätigt“ hört er seinen Chef sagen. Seine Frau schweigt, hat aber ihr rot strahlendes Appell – Face aufgesetzt das ihm stringent suggeriert: „Wenn mich hier niemand rausholt, bekomme ich Migräne“.

Ja, mein Freund Jonny hatte es nicht leicht. Er fing an, in rauen Massen Donuts zu essen. Jeder Appell löste diesen Fressreiz bei ihm aus. Bald nannte man ich Jonny the Donut. Wenn er sich flach auf die Erde legte, sah er auch schon aus wie ein Riesen-Donut, es fehlte nur das Loch in der  Mitte. Als er mit seiner Frau einmal spazieren ging sagte sie: "Rollen soll nicht gesund sein und erhöht erheblich den Schmutzwäscheanteil“.

Irgendwann aß Jonny seinen letzten Donut. Sein Sarg musste speziell angefertigt werden. Rechts und links mussten Rundungen eingelassen werden. Auch das Grab musste in der entsprechenden Form ausgehoben werden.

Als seine Frau unter starkem Tränenfluss die letzte Schippe Sand auf den Sarg hinunterwarf, stammelte sie mit erstickter Stimme: „Der Sarg ist eine teure Sonderanfertigung. Man muss pfleglich damit umgehen“.

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Hier schreibt Renee Ossowski, PMP

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Rhetorik Termin in BerlinDie SONOXO Akademie GmbH Salzburg ist eine Firmenschwester der SONOXO GmbH aus Berlin. Die SONOXO GmbH ist mit Projektberatern in diversen  Unternehmen unterwegs. Erfahrungen der SONOXO GmbH werden in der SONOXO Akademie adaptiert und in Trainings umgesetzt. Ein großes Augenmerk der SONOXO Akademie liegt auf der Habitualisierung des Erlernten, eine Transformation in unbewusstes Wissen. Die Seminare finden über Berlin hinaus, in den meisten Großstädten Deutschlands und Österreichs statt.

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