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Mitarbeiterführung: Sind Sie auch ein Frosch, der geküsst werden will?

Es existieren viele Artikel, die Führung aus der Perspektive des Führenden beschreiben. Aber wie sieht Führung aus Sicht des Geführten aus, quasi die Voice of customer (VOC)  der eigenen Mitarbeiter. Im Qualitätsmanagement kennen wir die VOC seit langem in Verbindung mit dem House of Quality, um die Bedürfnisse und Anforderungen des Kunden best möglichst zu erfassen und zu erfüllen.

Warum also nicht auch im eigenen Team oder in der eigenen Abteilung versuchen, die Bedürfnisse der eigenen Mitarbeiter zu eruieren.

Hinlänglich bekannt ist, dass der ein oder andere Frosch geküsst werden muss, um sich in einen schönen Prinzen zu verwandeln, respektive hoch motivierten Mitarbeiter. Stellen Sie sich Ihre Mitarbeiter als Frösche vor, die allerdings ganz individuelle Küsse oder Streicheleinheiten von Ihnen erwarten.

Das individuelle Frosch Team.

Der M-o-Frosch.

Da gibt es den Macht – orientierten Frosch (M-o-Frosch). Für ihn muss immer die Sonne scheinen, weil er die Leiter ganz nach oben will und dort auch verweilen möchte. Ihm mit Misstrauen oder stetiger FroschKontrolle zu begegnen, wirkt auf die Erfüllung Ihrer Ziele des Teams kontraproduktiv. Der M-o-Frosch benötigt Aufträge und Aufgaben, die für ihn eine Herausforderung darstellen. Er erwartete von seinem Vorgesetzten klare Kante, MbO und Zuordnung des erarbeiteten Erfolgs. Wenn ihm was nicht passt, kann er aber auch ziemlich dicke Backen machen und das mit einem extrem starken Standing. Dem sollten Sie als Vorgesetzter gewachsen sein. Je nachdem, ob der M-o-Frosch seine Machtmotivation positiv oder negativ nutzt, kann er sich entweder zum informellen Führer oder zum dominanten Problemfall im Team entwickeln. Im ersten Fall sollten Sie ihn zu Ihrem ersten Offizier ernennen, im zweiten Fall kann man ihn mit dem Seefrosch aus Osteuropa vergleichen, der sehr dominant andere Arten an Frösche aus ihren Refugien vertreibt. In dem Fall müssen Sie ihm klare Grenzen setzen.

Falls Sie sich selbst in der Rolle des Seefroschs gefallen, denken Sie daran: Die Schenkel der Seefrösche dienen bevorzugt kulinarischen Genüssen.

Das wichtigste Bedürfnis des M-o-Frosch: Erteilen Sie ihm einen Auftrag und lassen ihn in Ruhe arbeiten.

Der A-o-Frosch

Der Aufmerksamkeits - orientierte Frosch ist eher das Gegenteil des M-o-Frosch. Er ist niedrig Macht motiviert und liebt die Aufmerksamkeit seines Vorgesetzten. Auch unangenehme Aufträge nimmt er gerne an, um seinen Vorgesetzten zu gefallen.  Den  anderen Teammitgliedern suggeriert er gern, eine prädestinierte Stellung beim Chef einzunehmen. Der M-o-Frosch dient sich an. Er teilt dem Chef „Hintergrundinformationen“ über die Kollegen mit.

Wichtigste  Bedürfnisse des M-o-Frosch: Schauen Sie öfter mal bei ihm vorbei und ermuntern ihn mit einem Schulterklopfer. Setzen Sie seinem Mitteilungsbedürfnis bezüglich der Kollegen Grenzen.

ToterFroschDer p-T-Frosch

In vielen Teams gibt es den „partizipierenden Team-Frosch“ (p-T-Frosch), der sich in Sachen Engagement und Präsenz sehr zurück hält. Er kann sich quasi wie ein Büro Accessoires tarnen, um bei Vergabe von Aufträgen nicht aufzufallen. Gerät er doch in den Fokus, verfällt er in lautes Quaken und wilden Aktionismus, um als voll ausgelasteter Mitarbeiter und  tragende Säule des Teams wahrgenommen zu werden. Er hüpft mehrfach zu seinem Schreibtisch um irgendwelche Dokumente zu beschaffen, die seinem Aktionismus Rechnung tragen und seinem Quaken den Anschein hoher Relevanz zuordnen. Zwischendurch verabschiedet er sich unauffällig auf die Toilette und taucht erst wieder auf, wenn die wichtigsten Aufträge vergeben wurden.

Die wichtigsten Bedürfnisse des M-o-Frosch: Einfach nicht beachten. Sie müssen ihn immer ein wenig klein halten, sonst wird er übermütig und will in einen größeren Teich.  Bei Auftragsvergabe ihn gleich als erstes berücksichtigen. Wildes Gequake und wilden Aktionismus von vornherein unterbinden. Zur Not auch autoritär. Brauchen Sie clevere Strategien um bspw.  bestimmte Präferenzen gegenüber der Geschäftsleitung durchzusetzen, ist er der richtige Mann. Er hat es faustdick hinter seinen fehlenden Froschohren.

Zusatzinformation

Es ist mir wichtig, dass bei Ihnen nicht der Eindruck entsteht, ich hätte den niedlichen kleinen Frosch nach der Aufnahme selbst platt gefahren um ihn hier im Artikel zusätzlich zu präsentieren. Nein…., ich habe den auf meinem Parkplatz herumhüpfenden Frosch nach dem Foto, mit einem Handfeger vorsichtig auf meinen Schneeschieber bugsiert und ihn anschließen zu seinem feuchten Refugium zurück getragen.

Am Nachmittag beim Joggen stieß ich dann auf den toten Frosch – vermutlich ein Geschlechtsgenosse. Da hat er wohl einige Tage zuvor seinen letzten Hüpfer gemacht.  So ein Zufall - morgens ein lebender Frosch, nachmittags ein toter Frosch – das muss ein Zeichen sein. Um diesem seltenem Erlebnis einen backround zu geben, schrieb ich nun diesen Artikel im Zeichen des Frosches.

Das letzte Mal inspirierte mich beim Joggen eine Eiche. Vielleicht interessiert Sie dieser Artikel ebenfalls: https://sonoxo-akademie.com/blog/fuehrung/243-PMP Nürnberg Hamburg Salzburgeiche

Hier schreibt: Renee Ossowski, PMP

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